Samstag, 23. Januar 2016

Alexander Hahn zum Thema: Freiheit

alexhahn


Zur Person: Alexander Hahn, Jahrgang 1987, ehemaliger Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen.

Vor einigen Monaten sorgte auf den Straßen ein Plakat für Wirbel, welches die Rücken- Hinternansicht von sieben entblößten jungen Männern zeigte. Unter dem Foto stand der Slogan: Wer hätte gedacht, dass wir mal die Ideale der 68er verteidigen müssen? Mitinitiator der Kampagne war Alexander Hahn, der nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag seinen Jungen Liberalen ein neues, attraktiveres und konstruktiveres Profil geben wollte. Er wollte seine Partei und die Gesellschaft an jene Wurzel erinnern, welcher die Liberalen ihren Namen verdanken: Freiheit.

Was bedeutet Freiheit im Alltag?


Freiheit im Alltag bedeutet vor allem, keinen unnötigen Regulierungen ausgesetzt zu sein und weitestgehend tun und lassen zu können wonach einem der Sinn steht. Ich möchte in der Uni-Mensa selbst entscheiden können worauf ich Appetit habe. Und auch auf der Autobahn will ich mir nicht mit vorgeschobenen Argumenten vorschreiben lassen, wie schnell ich zu fahren habe. Und wenn ich abends noch spontan etwas besorgen muss, möchte ich nicht vor verschlossener Tür des Supermarktes stehen. All das sind nur kleine Beispiele des Alltags, die deutlich machen, dass Freiheit oftmals auch Lebensqualität bedeutet und politisch verteidigt werden muss.

Ist der Mensch, so wie es in philosophischen Büchern steht, zur Freiheit geboren?


Ich glaube schon, dass der Mensch zur Freiheit geboren wurde und danach strebt. Das zeigt schon der Blick in unsere Geschichte: In der Steinzeit konnte jeder weitestgehend tun und lassen was er wollte. Erst die zunehmende Zivilisation und das Zusammenleben vieler Menschen machen gewisse Regeln notwendig, um das Miteinander zu ermöglichen. Jedoch sollte hier gelten: So viele Regeln wie nötig, so wenige wie möglich!

Welche Freiheiten muss man sich einfach nehmen?


Es ist ja nicht nur die Politik die Regeln setzt. Auch über die gesellschaftlichen Wertevorstellung haben sich Konventionen und Erwartungen breitgemacht, die jeden individuell einschränken. Ob beispielsweise durch familiäre- oder partnerschaftliche Bindung, oder den Job. Hier ist jeder tagtäglich gefragt Grenzen zu ziehen, Prioritäten zu setzen und seine Freiheiten für sich selbst zu definieren. Es ist schlichtweg unmöglich allen Erwartungen der Umwelt gerecht zu werden und glücklich ist auf Dauer nur der, der sich auch die Freiheiten nimmt die er für sich als wichtig erachtet.

Wie stellst du dir jemanden vor, der "vogelfrei" ist und ist es erstrebenswert?


„Vogelfrei“ ist aus meiner Sicht derjenige, der nach seiner individuellen Idealvorstellung lebt ohne sich durch Regeln und Konventionen einzuschränken. Entweder sie bieten ihm ausreichend Freiraum oder er verweigert sie. Das kann aber nur dann gut gehen, solange die Freiheiten anderer nicht bedroht und eingeschränkt werden. Wer für sich selbst diese absolute Freiheit in Anspruch nimmt, darf sich im Gegenzug auch nicht auf Regeln berufen. Ich selbst schätze den Schutz des Rechtsstaates und gewisse Rahmenbedingungen des Zusammenlebens und würde darauf persönlich nicht verzichten wollen. Wie schnell aus vermeintlicher „Vogelfreiheit“ letztendlich Chaos und Unfreiheit entstehen kann, beweist uns aktuell der Blick auf die Ukraine.

Was sind die Grenzen der persönlichen Freiheit


Hier halte ich es mit dem Zitat vom Philosophen Immanuel Kant:„Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt“ Dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen.

Auf welche Freiheiten sollte man um des anderen Willens verzichten?


Grundsätzlich müssen wir aufeinander Rücksicht nehmen und individuelle Vorstellungen von Freiheit respektieren und tolerieren. Das bedeutet für mich jedoch nicht, dass alles zwangsläufig über Vorschriften geregelt werden muss. Es ist letztendlich nicht anders als in einer guten Partnerschaft: Nur wer bereit ist auch Kompromisse einzugehen, kann bestehen. Aber eben keine staatlich diktierten Kompromisse, sondern Absprachen, die ein friedliches Miteinander möglich machen. Immer unter der Devise: Leben und leben lassen!

Welche Freiheiten sollte man als Menschheit gemeinsam erstreben?


Natürlich gibt es große Ziele und Freiheiten, denen sich alle Menschen verpflichtet fühlen müssten. So müssen wir beispielsweise so verantwortungsbewusst mit unserer Erde umgehen, dass auch noch nachfolgende Generationen überhaupt jemals Freiheit erleben und davon profitieren können. Das gilt auch für die Menschenrechte. Freiheit darf kein exklusives Gut sein und jeder muss gleichermaßen daran teilhaben können und dürfen. Hier sind wir alle gefragt. Jeder kann tagtäglich einen bescheidenen Teil dazu beitragen, die Freiheit zu verteidigen und sie anderen zu ermöglichen.

In unserem alltäglichen sozialen, politischen, oder beruflichen Leben nehmen wir es oft hin, dass unsere individuelle Freiheit eingeschränkt wird. Kaum einer von uns geht mehr auf die Straßen um zu demonstrieren, oder tut in anderer Weise seinen Unmut kund, wenn sein persönlicher Handlungsraum beschnitten wird. Wir sollten uns dabei im Klaren sein, wie viel Lebensqualität durch solch eine „Duckmäuschenhaltung“ verloren geht. Alexanders Antworten zeigen uns Wege auf, wie wir wieder die „eigenen“ Freiheiten zurückgewinnen können und worauf wir zu achten haben, wenn wir global die Freiheit verteidigen wollen. Am heutigen 1. Mai, den Tag der Arbeit, möchte ich alle Leser dazu ermuntern für sich selbst ein Symbol zu finden, welches die Freiheiten, die einem wichtig sind, repräsentiert. Schaut euch jeden Tag dieses Symbol an und kämpft dafür bis zu eurem Lebensende, denn der Mensch ist zur Freiheit geboren! 

 Herzlichst 
 Euer Adam Worozanski

BAMM CORNER mit Antonio Putignano

antonioputignano

Im folgendem Kurzinterview am Ostersonntag äußert sich der Schauspieler Antonio Putignano zum Thema Familie.

Familie- Ort der eigenen Wurzeln und wie wir sie am besten annehmen.

Welche Gedanken fallen Ihnen ein, wenn Sie an Ihre eigene Familie denken?

Wärme, Geborgenheit, Wohlfühlen, Sicherheit, Liebe.

Wie kann man Konflikte innerhalb der Familie am besten vermeiden, oder lösen?

Man kann Konflikte innerhalb der Familie nicht vermeiden. Man kann sie nur lösen - indem man vernünftig, ruhig, respektvoll miteinander kommuniziert.

Was raten Sie Familien, bei denen der Haussegen schief steht?

Man sollte sich dann an die Zeit erinnern, wie es vor dem Konflikt war und sich auf die wahren Werte besinnen (Liebe, Nähe, Zusammenhalt, ...)

Gibt es nicht auch Situationen, in denen man eigentlich vollkommen den Kontakt zu Familienmitgliedern abbrechen müsste?

Egal wie enttäuscht und wütend man ist, aber den Kontakt zu Familienmitgliedern sollte man nie abbrechen. Blut ist dicker als Wasser!

Wie sollten Eltern am besten mit ihren pubertierenden und "rebellischen" Kindern umgehen?

Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass die Pubertät eine ganz "normale" Phase im Leben eines Kindes ist, die einfach dazugehört - egal wie anstrengend die Kinder dann sind. Man sollte stets Vorbild bleiben, ihnen auf Augenhöhe begegnen, aber dennoch auch Grenzen setzen.

Welchen Rat sollten Jugendliche bzgl. ihrer Eltern beachten?

Auch Eltern sind nur Menschen!


Kulumnist Thomas Hirsch: Barcodes, Ziffern und Zahlen

Thomas Hirsch

Zur Person: Thomas Hirsch, Jahrgang 1982, Autor des erfolgreichen Münchner Blogs "Das Münchner Tagebuch" gibt auf diesem Blog Auszüge zu seinen Texten, welche sich mit den Themenschwerpunkten Liebe, Sex & Partnerschaft auseinandersetzen.

Barcodes, Ziffern und Zahlen

Neulich bei meinem wöchentlichen Einkauf im Supermarkt um die Ecke betrachtete ich unbewusst die Barcodes, Striche und die klitzekleinen Zahlen die auf den einzelnen Verpackungen gedruckt sind. Beim Zahlen an der Kasse, starrte ich auf meinen Personalausweis und bemerkte, dass dieser auch aus Zahlen und Ziffern besteht. Auf dem Weg Nachhause fiel mir urplötzlich ein Gespräch mit einem Politiker ein, das wir kurz vor den Wahlen in München geführt haben. In diesem Gespräch ging es um die Zentralisierung von uns Menschen in der Großstadt. Der einzelnen Stadtteile und dem wirtschaftlichen Fortschritt und den Problemen die es gibt, Hochrechnungen und Zahlen. Es war ein sehr aufregendes, erfrischendes und ein ernüchterndes Gespräch und mir wurde bewusst, dass jeder Einzelne von uns hinter einer Zahl steht. Hier weiterlesen 

Mascha von Rascha: Humor im Alltag

Mascha von Rascha
Foto © by Holger Schemel

Zur Person: Mascha von Rascha, Jahrgang GEHEIMNIS, Stand- up Komikerin, tourt zur Zeit mit ihrem Programm „Vorsicht ich bin Russin“ durch Deutschland.

Mascha von Rascha begegnete ich das allererste Mal bei einem gemeinsamen Dreh zu einem Comedyformat für RTL 2. Ihr Naturell, diese trockene und witzige Art begeisterte mich vom ersten Augenblick an. Wir wurden Freunde. Umso mehr freute es mich, als ich bemerkt habe, dass ihre Wunschkarriere als Komikerin seit den letzten 1 ½ Jahren an Fahrtwind bekommen hat. Im heutige Bloginterview möchte Mascha alle Leser dazu aufmuntern mehr am eigenen Humor zu arbeiten, um mit den alltälichen Stresssituationen besser umzugehen.

Was macht für dich wahren Humor aus?

Wahrer Humor findet statt, wenn er authentisch ist! Je mehr Wahrheit im Erzählten steckt, desto besser kommt die Geschichte beim Publikum an. Wer sich selbst nicht zu ernst nimmt und authentisch ist, geht leichter durchs Leben. Humor erleichtert die Kommunikation, er entspannt und lockert dein Gegenüber auf. Voll im Sinne von: Friede, Freude, Vodkakuchen!

Trotz vieler Comedyprojekte im Fernsehen und auf den Brettern dieser Welt, scheint es manchmal dennoch so, dass die Menschen weniger wahrhaftig lachen im Alltag. Sind wir in unserer, nun deutschen Gesellschaft, zu ernsthaft?

Oh ja! Gemeckert wird hier öfter, als gelacht. Dieses Phänomen ist mir schon aufgefallen. Man hört viel zu oft das Wort: Stress. Gelacht wird sehr vorsichtig. Was, ich mir wünsche, ist , dass die Leute ihre sozialen Masken abnehmen und in die Mülltonne schmeißen,. Man sollte zu sich stehen und das ausleben, was einen glücklich macht!

Die meisten Frauen wünschen sich Männer, mit denen sie gemeinsam lachen können. Wie entscheidend ist Humor in der Partnerschaft?

Es gibt ein ganz einfaches Rezept: Viel lachen und viel Liebe machen! Diese beiden Dinge sorgen für eine Bomben- Beziehung

Schützt gelebter Humor vor Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen?

Also, ich bekomme manchmal Nachrichten von Menschen, die schreiben, dass sie unter Depressionen leiden und sich durch meine lustigen Posts bei Facebook besser fühlen und dass ich ihnen Kraft und Motivation gebe. Geile Sache, über die ich mich sehr freue. Eins, was ich herausgefunden habe ist, dass Lachen befreit. Humor und eine positive Einstellung zum Geschehen mildern garantiert die Gefahr depressiv zu werden.

Welche Mittel kannst du an die Hand geben, damit man Traurigkeit überwindet?

Es hängt davon ab, wo die Traurigkeit herkommt. Wenn es um eine tägliche Unzufriedenheit geht, so ´ne Traurigkeit wegen den Kleinigkeiten, wie z.Bsp. die Lieblingssendung verpasst, oder das Wetter ist SCHEISSE, dann sollte man folgendes tun: Lasst euch mal gehen und riskiert etwas. Macht mal Fehler und Quatsch! Tanzt vor dem Spiegel! Lieben, Leben, Lachen! - das sind die Sachen, auf die man nicht verzichten sollte! Was auch hilft, ist reisen! Ich würde gleich mein Heimatdorf Tundusch als Reiseziel vorschlagen. Wenn man dort einen Tag Urlaub gemacht hat, ein Plumpsklo erlebt hat und andere Dinge, die das Gegenteil vom Luxus sind, sieht man seine aktuelle Lage gar nicht so dramatisch und fängt an, den Spaß an den ganz unspektakulären Sachen zu haben.

Jedem Berufskomiker wurde in die Wege gelegt Humor zu präsentieren. Sich selbst und die Umwelt als nicht ganz so ernst zu nehmen und es schelmisch zu zeigen ist eine der wesentlichsten Komponenten um auf Dauer im Comedybusiness zu überleben. Doch nicht nur dieses Business verlangt diese Haltung, sondern auch der generelle Alltag in jeder Lebens/ Berufssituation. Humor eröffnet uns neue Wege. Auch neue Horizonte, wie wir auf schwere Lebenslagen schauen können. Maschas Intention der Antworten zeigt uns auf, wie wir wieder Anschluss zu diesem Kind wiederfinden, welches sich über die Kleinigkeiten des Lebens köstlich amüsiert und gelacht hat. Humor, der ganz aus dem Herzen kommt, macht uns weich, authentisch und liebevoll. Er macht unser menschliches Dasein sinnvoll, Heil und kostbar. 

Herzlichst 
Euer Adam Worozanski

Kolumnist Thomas Hirsch: Virtuelle Dates

Thomas Hirsch 

Zur Person: Thomas Hirsch, Jahrgang 1982, Autor des erfolgreichen Münchner Blogs "Das Münchner Tagebuch" gibt auf diesem Blog Auszüge zu seinen Texten, welche sich mit den Themenschwerpunkten Liebe, Sex & Partnerschaft auseinandersetzen.

Virtuelle Dates

„Verdammte Scheiße, wieso schreibst du mir nicht zurück. Ich sehe doch, dass du Online bist. Willst du mich verarschen???“, denke ich mir in dem Moment als ich auf deinem Profil war. Ich erwische mich dabei, wie ich 2- 3 mal in der Stunde auf deinem Profil bin um nachzusehen, ob du „Online“ bist. Zu sehen, mit wem du geschrieben hast und mir selbst die Frage stelle, wieso du mir nicht schreibst und meine Fragen beantwortest. Sämtliche Messenger überprüfe ich nach deinem letzten „log in“. Ich komme mir schon wie einer abgefuckter Kontrollfreak vor, der sich selber lächerlich macht. Wie eine Sucht ohne Befriedigung. Dies ist doch eine völlig bekannte Situation, für „User“ des Internets und der modernen Zeit. Hier weiterlesen...

Donnerstag, 21. Januar 2016

BAMM Corner mit Dr. Alice Brauner

alicebrauner

Im ersten Kurzinterview in der Kolumne "Bamm Corner" gewährt Deutschlands erfolgreichste Filmproduzentin Dr. Alice Brauner (48) einen Einblick in ihre Einsichten zum Thema Erfolg.


Erfolg, der beflügelt!

Welches Zitat beschreibt Ihrer Meinung nach Erfolg am besten?

Nur eines: Kants kategorischer Imperativ! "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."

Was ist der Garant, um von Beginn an einen erfolgreichen Weg zu gehen?

Niemals aufgeben bzw. nach einem Scheitern sofort wieder aufstehen!

Welche Fehler sollte man vermeiden, wenn man auf der Übeholspur ist und es steil Berg auf geht? 

Niemals unbescheiden werden. Demütig bleiben!

Welche negativen Konsequenzen kann ein langanhaltender Erfolg mit sich bringen?

Dass man die Bodenhaftung verliert. Dass man meint, über Allem stehen zu können. Auch, dass man moralisch einwandfreies Verhalten aus den Augen verliert und Sonderregeln für sich in Anspruch nehmen möchte.

Kann man erfolgreich sein, wenn man nur die eigenen Interessen im Auge hat? 

Das glaube ich keinesfalls. Wenn ich andere Übervorteile, indem ich nur meine eigenen Interessen im Auge habe, wird sich die Keule, die ich dabei geschwungen habe, irgendwann gegen mich richten.

Wie fördere ich den "Gewinner" in mir?

Mit viel Disziplin, Mut, Risiko-Bereitschaft, man darf keine Angst vorm Versagen haben. Es geht nie nur bergauf.

Tanja Seehofer zum Thema: Balance & Frieden

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Zur Person: Tanja Seehofer, Jahrgang 1973, Casterin, Schauspielerin, Yogalehrerin & Coach.

In einer Welt, wo vieles sehr unruhig erscheint, wo man durch die mediale Berichterstattung jeden Tag an Kriegsschauplätzen teilnimmt, kommt es selten vor, dass der Mensch die Sehnsucht nach Frieden erfüllt bekommt. Was ist der Hauptgrund für den Unfrieden und wie kehrt die gesuchte Ruhe in das Leben der Menschen ein, sind Fragen, die durch Tanja Seehofer auf eine sehr einfühlsame Weise beleuchtet und in diesem Interview beantwortet werden.

Welche Stichworte fallen Ihnen zum Thema Frieden ein?

Freiheit und Gerechtigkeit, Vergebung und Loslassen, Reines SEIN/ heilsames EINS sein.

Worin begründet sich der Unfrieden in der Welt?

Unfrieden in der Welt ist überall zu sehen und beginnt schon oft im kleinen Kreise der Familie, in der Schule, unter Freunden, in der Politik, unter den Religionen, unter Völkern usw.. Oft geht dem Unfrieden eine große Unzufriedenheit, oder eine Suche nach der Wahrheit und Gerechtigkeit voraus und dies veranlasst oft zum Streit, zu Aufständen. Man möchte Ausbrechen aus der alten Situation und da viele von uns verlernt haben gewaltfrei zu kommunizieren und sich mitzuteilen, überwiegt das EGO und es bleiben Gewalt und Zerstörung. Es gibt immer mehr Staatsschulden, Arbeitslosigkeit u.a bei Jugendlichen. Armut entsteht und auch das Gefühl der Sinnlosigkeit. Ohne Sinn, ist das Leben sinnlos. Man spürt sich oft nicht mehr und muss sich durch Gewalt, durch Unfrieden, dem Gefühl des "Selbstspührens" wieder ins Leben holen, um es sinnvoll zu machen.

Es gibt Menschen, die sich tief im Innern hassen. Ist es nicht sogar manchmal plausibel begründet?

Manche Menschen hassen sich im Innern. Entstanden ist dies oft aus der Selbstlüge heraus. Viele geben sich nach außen anders als sie wirklich sind. Viele belügen sich und ihre Seele so sehr und dies lässt tiefe Schuldgefühle entstehen, bis hin zur Selbstverletzung als Strafe. Manchmal wird die eigene innere Aggression auf andere Menschen erniedrigender Weise weitergegeben und eine Situation eskaliert. Streit, Gewalt, eine Straftat, dies lässt sicher auch in einem bewussten Moment den Hass zu sich selbst entstehen. Schamgefühle, Depression, Bestrafung sind sehr tief schwingende Bewusstseinsebenen und diese nähren wiederum den Selbsthass und steigern den "Low-Energy-Zustand". Es ist wie ein Kreislauf. Ein Durchbruch ist hier sicherlich möglich, jedoch verlangt dies einen großen Schritt und das Verlassen der eigenen Komfortzone des Opfer- Denkens.

Warum hören die meisten von uns nur ungern Komplimente von anderen?

Viele Menschen können Komplimente nicht annehmen, da ihr eigenes Selbstbild, bzw. ihr Selbstwert(gefühl) sehr tief gestaffelt ist. Sie können die positive Schwingung eines ehrlich gemeinten Kompliments nicht spüren, positiv fühlen, da ihre Gedanken der Selbstwahrnehmung in einer anderen Frequenz schwingen. Als Beispiel: eine Stimmgabel mit dem Ton A kann die Schwingung einer Stimmgabel mit dem Ton E nicht "hören", nicht "annehmen". Oft löst dann ein Kompliment eher unschöne Gefühle aus wie Scham, oder Mistrauen. Viele Menschen denken dann sofort: "Oh, was muss ich jetzt zurück geben?". Sie setzen nehmen, sofort mit geben gleich, ohne zu fühlen wie schön es sein kann geliebt und gesehen zu werden. Nur so wie man ist, ohne Bedingung an etwas.

Braucht man den anderen Menschen für den inneren Frieden, oder sollte man sich nicht doch lieber in eine Höhle verziehen?

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich für mich behaupten, dass der innere Frieden als allererstes bei SICH SELBT zu suchen und zu finden ist. Noch vor ein paar Jahren war ich ein sehr unsicherer Mensch und im Innern zerstreut und sehr unklar im Wissen, wer ich eigentlich bin. Ich habe meinen inneren Frieden vom "Äußeren" abhängig gemacht, es war alles "harmonisch" und "friedlich" wenn der Partner "zufrieden" gewesen ist, in der Arbeit alles "gut" lief , wenn die Kollegen mich mochten, mich toll fianden, usw. Jedoch war dies alles eine Lüge, bis ich schwer erkrankte und in eine tiefe Depression hinein fiel. Erst der komplette Rückzug aus meinem gewohnten Umfeld gab mir Ruhe. Der Rückzug in eine Klink, der Rückzug zur tiefen Stille. Tagelanges schweigen, nur spüren was in einem selbst vorgeht, sich den schlimmsten Gedanken und Gefühlen zu stellen die im Innern auftauchen um sich dadurch zu schälen wie eine Zwiebel, sich der inneren Stimme zu öffnen und danach zu wissen wer man ist, das sich selbst fühlen - körperlich, geistig, seelisch - ohne das Außen. Das braucht man in meinen Augen für den inneren Frieden. Sich seiner SELBST-BEWUSST-SEIN, erst dann kann ich mich auch im anderen wieder finden.

Gibt es noch Chancen auf ein kollektives Bewusstsein von Frieden, oder ist dies eine utopische Vorstellung vom Miteinander?

Ich denke es gibt durchaus Chancen. Immer mehr Menschen öffnen sich den Möglichkeiten des Miteinanders und es bilden sich auch immer mehr Gruppen die Transzendale Meditation ausüben. Das diese besondere Art von "Gruppen"- Meditation eine große Auswirkung auf das kollektive Bewusstsein ausübt, wurde bereits 1993 in Washington durch das Experiment nach Maharishi Mahesh Yogi großes bewiesen. Während dieser besonderen Versuchsperiode meditierten ca. 4.000 Menschen und es gab. u. a. einen großen messbaren Rückgang der Gewalttaten. Ich sehe in der heutigen Zeit viele Meditationsgruppen die sich weltweit miteinander verbinden z.B. nach schlimmen Naturkatastrophen. Diese Wahrnehmung alleine zeigt für mich, dass wir alle miteinander verbunden sind und Gott in allem verweilt und ist.

Welches Werkzeug ist notwendig, damit man Gleichklang und Einheit mit der Umgebung erfährt?

Die Werkzeuge sind meiner Meinung nach eigentlich sehr einfach und für jeden Menschen der den Fokus darauf legt, zu erreichen. Eine große Rolle spielt für mich das Zulassen der Langsamkeit. Hiermit meine ich das Wiederentdecken der Sinne. Man sollte wie ein kleines Kind alles an Schönheit und Freude eines Moments aufnehmen. Das Lächeln eines fremden Menschen auf der Straße wahrnehmen, den Vogel, der so schön singt, wieder hören, ein Eis genussvoll essen, einen lieben Menschen umarmen. All das kann in der Bewusstheit und Achtsamkeit für diesen besonderen Moment große Wertschätzung und Dankbarkeit auslösen und somit das vollkommene Gefühl der Liebe und Einheit mit allem was ist schaffen.

Es liegen noch sehr viele unerledigte Dinge und Steine auf dem Weg zum wahrhaften und ganzheitlichen Frieden. Tanjas Antworten sollen uns daran erinnern, dass wir behutsam und geduldig diese Hindernisse aufräumen müssen. Erst dann kann ein Glück entstehen, welches jedes Herz beruhigt. 

Herzlichst 
Euer Adam Worozanski